Erfahrung zeigt sich in der Umsetzung.

Jedes Projekt stellt eigene Anforderungen an Methodik, Organisation und Durchführung. Unsere Referenzen zeigen, wie MOTUS Verkehrserhebungen, Fahrgastbefragungen und Mobilitätsanalysen unter realen Betriebsbedingungen zuverlässig umsetzt. Gemeinsam mit unseren Auftraggebern und Partnern schaffen wir belastbare Ergebnisse, die den öffentlichen Verkehr verständlicher machen und fundierte Entscheidungen ermöglichen.

 

Abgeschlossene Projekte

Verkehrserhebung in Ostsachsen

Von August 2025 bis März 2026 waren 35 Fahrgastbefragerinnen und Fahrgastbefrager von MOTUS in den Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs in Ostsachsen unterwegs. Im Auftrag der VON GmbH, Tochter des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) führten wir gemeinsam mit der Lineris GmbH eine umfassende Verkehrserhebung durch. Das Untersuchungsgebiet erstreckte sich über die Landkreise Bautzen und Görlitz. Einbezogen wurden darüber hinaus verbundraumübergreifende Verkehre, unter anderem in Richtung Dresden, Hoyerswerda, Liberec und Varnsdorf.

Die Erhebungen fanden an Schultagen, Samstagen und Sonntagen statt. Auf 4.300 Fahrten konnten über 34.000 Interviews geführt werden. 

Auf den Erhebungsfahrten wurden die einsteigenden Fahrgäste und die jeweilige Fahrzeugbesetzung gezählt. Gleichzeitig befragten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fahrgäste anonymisiert zu ihrem Reiseweg, zu Umstiegen, dem verwendeten Fahrschein und dem Zweck ihrer Fahrt. So entstand aus vielen einzelnen Interviews ein detailliertes Bild davon, wie die Menschen den öffentlichen Nahverkehr in der Region tatsächlich nutzen – im Berufs- und Ausbildungsverkehr ebenso wie für Einkäufe, Erledigungen, Freizeit und Ausflüge. Die Erhebung wurde nach statistischen Verfahren vorbereitet und durchgeführt. Im Anschluss bereitete die Lineris GmbH die erhobenen Daten auf und rechnete diese hoch. Die Ergebnisse wurden der VON GmbH abschließend in einer umfangreichen Ergebnisdatenbank sowie einem ausführlichen Ergebnisbericht übergeben und sollen die künftige Angebotsplanung unterstützen.

Besonders interessant ist die Rolle des Deutschlandtickets. Über eine gesamte Schulwoche entfallen 33,5 Prozent der Beförderungen auf das Deutschlandticket. Seine Bedeutung nimmt am Wochenende nochmals deutlich zu: Am Sonntag wird bereits nahezu jede zweite Fahrt mit einem Deutschlandticket durchgeführt. Gleichzeitig verändert sich die Art seiner Nutzung. Während unter der Woche Arbeits-, Ausbildungs- und Alltagswege eine wichtige Rolle spielen, dominieren am Wochenende Freizeit und Ausflüge. Am Sonntag entfallen rund 84 Prozent der mit Deutschlandticket erfassten Fahrten auf die Fahrtzwecke Freizeit oder Ausflug. Das Deutschlandticket erweist sich damit in der Oberlausitz nicht nur als Angebot für den täglichen Weg zur Arbeit, sondern auch als wichtiger Baustein der Freizeitmobilität.

Die Befragungen machen außerdem sichtbar, wie eng Bus und Bahn im ZVON-Tarifgebiet miteinander verknüpft sind. Bei rund jedem siebten Interview im Schienenverkehr wurde im Vor- oder Nachlauf ein Bus oder eine Straßenbahn genutzt. Auf einzelnen Regionalbuslinien ist diese Verknüpfung noch wesentlich ausgeprägter. So enthielt auf der Linie 60 rund jede vierte erfasste Wegekette einen Anschluss an den Schienenpersonennahverkehr, überwiegend zur RB65. Die Fahrgäste nutzen Bus und Bahn damit vielfach nicht als getrennte Angebote, sondern als Bestandteile einer durchgehenden Reisekette. Die Bedeutung von vertakteten und an zentralen Knotenpunkten aufeinander abgestimmten Verkehrsangeboten wird damit bestätigt. 

Neben den fachlichen Ergebnissen bleibt uns auch das positive Feedback aus der Feldarbeit in Erinnerung. Viele unserer Erhebungskräfte empfanden die Einsätze als abwechslungsreich und waren gerne mit Bussen und Bahnen zwischen Bautzen, Görlitz, Zittau und den vielen kleineren Orten der Oberlausitz unterwegs. Für MOTUS zeigt das Projekt, welchen Wert sorgfältig erhobene Fahrgastdaten haben: Aus vielen tausend Gesprächen entsteht ein belastbares Bild der tatsächlichen Mobilität – vom täglichen Arbeitsweg über den Umstieg zwischen Bus und Zug bis zum Wochenendausflug mit dem Deutschlandticket.

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